Das Retzschgut seit 1649

Moritz Retzsch
Seinen Namen verdankt das Haus dem Maler und Radierer Moritz Retzsch (1779–1857), Professor an der Dresdner Kunstakademie. Er übernahm das Weingut 1819 aus dem Erbe seiner Mutter, deren Familie Piscenius es seit 1744 besaß. Ab 1828 lebte er ganzjährig hier und bewirtschaftete den Weinberg.
Bekannt wurde Retzsch vor allem durch seine Umrissradierungen zu Goethes „Faust“ und zu Schillers Balladen. Die Gasse, die von Süden auf das Haus zuläuft, trägt heute seinen Namen.

Wie das Haus gewachsen ist
- 1649
Die Wetterfahne auf dem turmartigen Vorbau trägt diese Jahreszahl. Sie gilt als Baujahr des ursprünglich eingeschossigen Hauses mit Weinkeller.
- frühes 18. Jh.
Das Haus wird aufgestockt, verlängert und bekommt einen Anbau mit Außentreppe.
- 1744
Das Gut geht an die Familie Piscenius, die Familie der Mutter von Moritz Retzsch.
- 1813
Erweiterung auf zwei Stockwerke samt Vorbau.
- 1819
Moritz Retzsch übernimmt das Gut, ab 1828 wohnt er ganzjährig hier.
- 1837
Ein Laubengang wird an der Nord- und Westseite angefügt, aus dem Satteldach wird ein Walmdach.
- 1857
Moritz Retzsch stirbt. Seine Frau Christel führt das Gut noch bis 1866.
- 1893
Die Familie Weinhold übernimmt das Haus.
- 1979
Das Haus kommt in kommunale Verwaltung.
- 1997
Rückübertragung an die Familie Seifert.
- 2002–2005
Umfassende Sanierung, bei der das Fachwerk wieder freigelegt wird. 2009 erhält sie den Bauherrenpreis der Stadt Radebeul.